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Podcatcher für Blinde und Sehbehinderte

Immer wieder ist das Empfangen und Abspielen von Podcasts in den diversen Mailinglisten für Blinde und Sehbehinderte ein Thema. Itunes war bis vor kurzem nicht bedienbar und soweit mir bekannt ist, gibt es auch jetzt nur für den Screen Reader Jaws ein kostenpflichtiges Script, womit auch nicht alle Möglichkeiten genützt werden können.

Ich verwende Ipodder. Das Programm ist kostenlos, kann auf Deutsch umgestellt werden und ist mit Jaws auch ohne Scripts gut bedienbar.

Gestern las ich auch von einem weiteren Podcatcher für Sehbehinderte, der besonders kontrastreich sein soll und bei dem man auch die Schrift vergrößern kann. Das Programm nennt sich @podder und kann bis jetzt nur Englisch. Ich habe es noch nicht getestet. Aber vielleicht hat ja jemand schon Erfahrungen damit und Lust, einen Kommentar zu schreiben.

Auch mit Winamp 5.x ist es möglich, Podcasts zu abonnieren und abzuspielen. Leider ist das Anzeigefenster sehr klein, sodass die Feed- und Schlagzeilentitel abgeschnitten werden. Dadurch ist es meiner Meinung nach etwas unübersichtlich.
Petra am 5.11.05 13:19


Amerikanisch chemisch

Durch einen Irrtum bekam ein Arbeitskollege vor kurzem eine Backmischung für Schoko-Murffins. Nachdem er keine Backlust verspürte, sich sehr wohl aber gerne die Muffins einverleibt hätte und wusste, dass wir gerne backen, landeten die Muffins bei uns.

Heute nun fand sich die Zeit, die Mischung auszuprobieren. In der Schachtel befanden sich drei Beutel. Einer mit kakaohaltiger Fettglasur - oh wie köstlich sich das doch anhört - die Teigmischung sowie Schokotröpfchen. Zur Teigmischung gibt man in eine Schüssel 50 g Butter, ein Ei und 120 ml Wasser. mixt das Ganze kurz durch, schüttet die Schokotröpfchen dazu, rührt um, füllt die Mischung in Papierförmchen und ab damit ins Backrohr.
Schon bald roch es köstlich nach Schokolade. Nach 15 Minuten rochen die Muffins, als wären sie fertig. Raus aus der warmen Stube, aufs Kuchengitter zum Abkühlen und dann kam das Tüpfchen auf dem I. Die gute kakaohaltige Fettglasur. Und fertig waren sie, die echt amerikanischen Schokomuffins. Wie sie schmecken? Tja, echt amerikanisch: chemisch, aber sehr locker, das muss man ihnen lassen.
Petra am 1.11.05 19:32


Zum Grünen Blatt

Gestern nützten wir den letzten Urlaubsnachmittag - wir haben seit letztem Mittwoch frei - zu einem Einkaufsbummel und einem gemütlichen Abendessen mit Freunden beim Chinesen.

Nachdem knapp vorm Weggehen noch Bofrost kam, um unsere Tiefkühltruhe wieder mit Köstlichkeiten zu befüllen, was sehr praktisch ist, wenn man kein Auto hat, mit dem man Einkaufen fahren kann, begaben wir uns schließlich mit dem Taxi in die Grazer Innenstadt. Die Fahrt war recht unterhaltsam. Ausgelöst durch Werbung für Bodenbeläge im Radio jammerte der Fahrer darüber, daß er eigentlich so gerne den Boden seiner Küche neu machen wolle, aber die meisten Bodenbeläge getraue er sich nicht zu kaufen, die kämen alle aus China und seien vergiftet. Sowas wolle er nicht in seiner Küche. Und außerdem sei früher sowieso alles besser gewesen ... Da verging die Fahrt recht rasch und wurde zusätzlich zum Gejammer relativ teuer.

Am Hauptplatz angekommen, war wieder einmal ein Event im Gange. Es dürfte sich um eine Halloweenveranstaltung gehandelt haben, jedenfalls war der Krach dementsprechend schauerlich. Wäre ich allein unterwegs gewesen, hätte ich durch die laute Musik ziemliche Probleme bekommen, den Platz zu überqueren. Unser Weg führte uns in die Franziskanergasse, wo wir als Erstes der Kasstub'n einen Besuch abstatteten. Wir kaufen sehr gerne in den wenigen noch übrig gebliebenen kleinen Geschäften in der Innenstadt ein. Der Vorteil ist, alles ist übersichtlich, wir werden bedient und die Verkäuferinnen kennen uns und unsere Einkaufsgewohnheiten und Vorlieben. Bei Frau Inge können wir nie widerstehen, und kaufen meist mehr, als wir eigentlich wollten, diese große Auswahl an Käse ist einfach verführerisch. Neue Käse dürfen wir kosten, werden immer gut beraten, wenn wir für ein bestimmtes Gericht Käse benötigen, wir können dort auch jausnen, wenn der Stadtspaziergang zu hungrig gemacht hat. Kurzum, wir deckten uns mit verschiedenen Schimmel-, Frisch- und Schnittkäsen ein. Parmesan durfte auch nicht fehlen. Es wurde alles gut eingepackt, damit uns gerade der Parmesan nicht noch den Abend verstinkt. Wir hatten ja schließlich noch einiges vor und der "alte" Parmesan entfaltet ganz schöne Düfte, wenn ihm warm wird.

Als nächstes kehrten wir beim Nachbarn ein. Dem einzigen Metzger in Graz, der noch Pferdefleisch verkauft. Dieses Geschäft ist eine wahre Fundgrube. Die Sulmtaler Hühner sind ein Gedicht. Es gibt Wild, Pferdewurst, -leberkäse, -Fleisch, das sonst übliche Fleischangebot, Fertiggerichte, wie Gulasch, Fleischlaibchen, verschiedenste Knödel und viiiiiel Gemüse, was der Garten eben gerade hergibt. Auch Marmeladen und sehr gutes Steirisches Kürbiskernöl kann man hier erstehen.

Wir begnügten uns diesmal mit Endiviensalat - dem ersten in diesem Winter -, den wir heute mit Kartoffeln und abgemacht mit Kernöl,- genießen werden.

Damit waren unsere geplanten Einkäufe eigentlich erledigt. Nachdem uns aber noch eine gute halbe Stunde Zeit blieb, bis zum Treffen mit Anni und Edi, gingen wir in den erst kürzlich umgezogenen Eduscho/Tchibo-Laden. Mitte Oktober übersiedelte er in ein wesentlich größeres Geschäftslokal, und wie es scheint, hat sich das gelohnt. Es herrschte nämlich Hochbetrieb. Jetzt kann man nicht nur Kaffee trinken, sondern auch Kleinigkeiten wie gefüllte Weckerln dazu essen und muss nicht mehr mit Tasse und Teller in der Gegend herumstehen sondern kann sich gemütlich hinsetzen. Die akustik in dem Geschäft ist aber leider weniger gemütlich, denn es ist ziemlich hallig. Der Bereich, in dem sie jede Woche etwas Neues verkaufen, ist jetzt viel größer. Man kann sich alles in Ruhe anschauen, und es sind auch ständig Verkäuferinnen da, die mit Räumen beschäftigt sind und die man auch mal was fragen kann. Es herrscht eine sehr freundliche, einladende Atmosphäre.

Wir erstanden einen Funkkopfhörer, durchstöberten das weitere Angebot in aller Ruhe, das von Bettwäsche, Hausschuhen bis zu Mini-Stereo-Anlagen reichte und begaben uns dann schließlich wieder in die wie immer volle Herrengasse. Ich wundere mich jedes Mal aufs Neue wie viele Leute Zeit haben, den Nachmittag in der Stadt zu verbringen.

Nachdem immer noch Zeit übrig war, gingen wir zur Buchhandlung Pock und studierten das Angebot in der Auslage. Wir wurden auf das bevorstehende Mozartjahr eingestimmt, auf Kochbücher folgte Was den Menschen Krank macht - sehr passend, da vergeht einem das Kochen und Essen gleich wieder. Bis wir uns zu den Krimis durchgekämpft hatten, war es auch schon Zeit zum ausgemachten Treffpunkt zu gehen.

Anni und Edi kamen auch schon, kaum dass wir dort eintrafen, und wir machten uns auf den Weg zum Grünen Blatt, einem der ältesten Grazer Chinarestaurants, in der Färbergasse. Um dem meisten Wirbel auszuweichen, gingen wir durch die Pomeranzengasse, eine sehr enge Gasse, wo früher die Menschen ihre Wäscheleinen über die Gasse spannten und die Gefangenen zur Hinrichtung am Hauptplatz geführt wurden. Landeten schließlich am Färberplatz, wo seinerzeit die Färber ihrem Handwerk nachgingen und kehrten schließlich beim Chinesen ein. Faszinierend fand ich, dass ungefragt sofort die Braillespeisekarte, die ich vor Ewigkeiten gemacht habe, bereit lag. Und bis auf die Preise, die noch in Schilling angegeben sind, stimmt die Karte immer noch. Dabei ist es garantiert schon zehn, zwölf Jahre her, dass ich sie gemacht habe. Ich aß wie immer mein Lieblingsgericht, gebratene Nudeln mit Hühnerfleisch. Und während des guten Essens erzählten Anni und Edi sehr unterhaltsam von ihrer Amerikareise. Darüber wird es hoffentlich auch bald einen Bericht auf meiner Homepage geben.

Um einige Gramm schwerer, einiges Geld leichter und einige Zeit später verließen wir dann gut gestärkt und zufrieden das Lokal und machten uns auf den Heimweg.
Petra am 1.11.05 19:07


Sehr aufmerksam

Die Grazer Taxifahrer sind wirklich sehr hilfsbereit und freundlich. Die meisten springen dienstbeflissen aus dem Taxi, um einem die Tür zu öffnen, was übrigens sehr hilfreich ist, weil man oft gar nicht weiß, dass das Auto, das gerade vor einem hält, auch das bestellte Taxi ist, man den Türgriff erst suchen müsste und dabei gleich das Taxi putzt. Sie rücken den Sitz zurecht, manche gurten mich auch an, obwohl ich das selber meist viel leichter erledigen könnte und es auch unaufgefordert im eigenen Interesse immer tue. Kurzum, sie achten immer darauf, dass man es schön bequem hat.

Die Fahrt verläuft dann nicht immer so gemütlich, das hängt ganz davon ab, ob man es mit einem Rennfahrer oder wütigen Brems-Beschleunigungs-Genie zu tun hat.

Am Ende der Reise, nach dem Bezahlen der Rechnung, kaum dass ich mein Geld verräumen kann, springen viele aus dem Auto, um einem die Tür zu öffnen, was sehr freundlich ist, aber auch durchaus selber bewältigbar wäre. Und dann ... Tja, dann steht man mitten auf der Gasse und hat keine Ahnung, wo sich der gewünschte Hauseingang befindet. Da ist dann wirklich Hilfe nötig und wenn man "Glück" hat, der freundliche Taxifahrer schon verschwunden. Ich kann meist schon beim Aussteigen, durch leichtes Klopfen mit der Stockspitze auf den Boden feststellen, ob wir direkt vor meinem Eingang parken. Denn es handelt sich um eine breite Einfahrt, die offen ist und das kann man akustisch gut hören. Heute war da weit und breit nix zu hören, hinter mir war nur viel Lärm um nichts von den verschiedensten Zustellern, die das Feinkostgeschäft nebenan beliefern. Jeder stellt irgendeine andere Kleinigkeit zu und macht dabei ziemlich viel Lärm. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, wirklich vor dem gewünschten Eingang zu landen, weil es viel zu laut und alles vollgestellt ist. Die meisten Taxifahrer wissen zum Glück mittlerweile, dass ich wirklich "vor der Tür" meine, wenn ich vor dem Aussteigen danach frage, wo wir uns befinden und nicht zwei Häuser eher, wie heute Morgen. Der Fahrer meinte zwar der Eingang sei "da vorne", aber wo ist denn bloß "da vorne"? Er hat mich dann übrigens bis zum Eingang begleitet und mir das Suchen erspart.
Petra am 21.10.05 07:50


Ausgegangen

Freitag steht meist Einkaufen auf dem Programm, gilt es doch, ein Wochenende zu überstehen, denn das Geschäft in unserer Nähe schließt Samstags bereits um 12 Uhr Mittags. Außderdem kaufen wir meist in der Stadt ein, und können das Eingekaufte mit dem Taxi nach Hause transportieren. So schrieben wir auch heute wie immer unseren Einkaufszettel, und Falk ging Einkaufen, während ich mich noch dem Büroalltag hingab.

Zu Hause angekommen, machten wir uns an die Zubereitung unseres Mittagessens. Es gab Huhn mit Reis und Salat. Da Falk Lust auf Kaffee hatte und unsere Kaffeemaschine eine Ewigkeit zur Zubereitung braucht, befasste ich mich damit als Erstes.

Und was muß ich zu meinem Schrecken feststellen: da steht doch glatt die leere Filtertütenschachtel im Schrank! Wie gut, dass wir die unpassenden Filtertüten noch nicht weggegeben haben. Sie sind zwar etwas zu groß, aber immer noch besser als gar keine.

Als ich dann den Deckel von der Kaffeemühle abhebe um nachzusehen, wie viele Bohnen noch drinnen sind, ist die fast leer. Das reicht gerade noch für dieses Mal, keinesfalls kommen wir damit übers Wochenende. Und wie könnte es anders sein, wir haben keine zweite Packung. Prima! Kaffee ist gut, aber aus, kann man da nur sagen.

Als ich mich dann an die Zubereitung des Reises mache, ist unser Salzbehälter am Leerwerden. Nein, zu viel Salz ist nicht gut, und deshalb auch nicht aus! Es steht noch eins im Schrank. Manchmal sind „alle guten Dinge“ eben doch nicht drei, aber zwei haben auch schon gereicht. Und nachdem uns bei Durchsicht des Kühlschranks auch noch andere Kleinigkeiten einfielen, die fehlen, zum Beispiel Eier, ging Falk jetzt zum zweiten Mal Einkaufen.
Petra am 7.10.05 17:46


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