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Hier kommen die Einträge:
Die Ofengeschichte
Wir backen ja sehr gern. Deshalb war es besonders ärgerlich, dass unser Herd zunehmend verrückt spielte. Kuchen waren innen teigig und außen unregelmäßig gebräunt, Ober- und Unterhitze wollte sowieso nicht mehr richtig, und als dann auch noch die Heißluftfunktion mehr schlecht als recht funktionierte, beschlossen wir endgültig, dass da ein neuer Herd her muss.
Nun ist das aber gar nicht so einfach, wenn zwei kochen wollen, der eine blind, der andere sehbehindert. Jeder hat so seine Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Für Falk muss die Beleuchtung stimmen. Bei genügend Herden passt die nicht. Ich brauche nach Möglichkeit Knöpfe, die einrasten, damit ich die Schalterstellung erkennen kann.
Erst einmal machten wir uns im Internet kundig, was es denn überhaupt alles so gibt und was wir davon brauchen bzw. haben möchten. Da habe ich nicht schlecht gestaunt! Mein Herd war 20 Jahre alt, da gabs noch keine so schönen Dinge wie Selbstreinigung oder Automatikprogramme, die wissen, wann der Kuchen fertig ist.
Dass wir einen Herd wollten, der sich selber reinigt, stand sofort fest. Denn Backrohr schrubben war mir schon immer verhasst. Diese Bedingung legte aber auch schon fest, dass wir kein ganz billiges Modell mehr kaufen würden, denn die haben keine Pyrolyse.
So weit so gut. Nun begann der schwierige Teil. Es gibt zwar von vielen Modellen im Internet die Bedienungsanleitung, aus der ist aber nicht ersichtlich, ob Drehknöpfe einrasten, ein Menü nach dem Einschalten immer an derselben Stelle beginnt ... Auch telefonisch ließ sich da nichts klären, denn es stellte sich heraus, dass es da viel zu viele Missverständnisse und Aneinandervorbeireden gibt, sodass man sich auf Infos nicht wirklich verlassen kann. Früher war es so, dass man sich im Geschäft die meisten Sachen anschauen konnte. Heute bestellt man aus dem Katalog und kauft die Katze im Sack. Das mag gehen, wenn man keine speziellen Bedürfnisse hat. Einem sehenden Menschen, der Displays lesen kann, ist es wahrscheinlich ziemlich egal, ob ein Drehknopf einrastet oder einfach durchdreht. Auch ist es kein Problem, wenn sich der Herd nach erneutem Einschalten Einstellungen von vorhin gemerkt hat.
Wir konnten und wollten nicht die Katze im Sack kaufen. Und es sah schon fast so aus, als würden wir uns doch wieder für ein Billigstmodell entscheiden müssen und auf diese vielen, gerade für uns sehr praktischen Funktionen verzichten müssen. Die meisten Hersteller haben hier in Graz keinen Schauraum, wo man die Geräte in eingeschaltetem Zustand vor sich hat. Und die teureren Geräte sind in den Geschäften meist nur auf Bestellung erhältlich. Zufällig wurde Falk dann doch noch fündig und sah ein Spitzengerät von M***e in einem Laden. Dabei stellte er fest, dass der Herd zwar ein sehr umfangreiches Menü hat, aus dem man mit einem Drehknopf auswählt und durch Drücken desselben bestätigt, dass der Herd aber „dumm“ ist und bei erneutem Einschalten immer an der gleichen Stelle beginnt. Dieser Hersteller ist auch der einzige, der einen Schauraum hat. Dort konnten wir uns in Ruhe mit den Geräten beschäftigen. Schließlich haben wir uns für ein Spitzengerät entschieden, weil das all unsere Wünsche und Bedürfnisse abdeckt. Empfehlen kann ich einen solchen Kauf für blinde Menschen trotz allem nicht. Der Herd liefert zwar super Ergebnisse, aber es erfordert sehr viel Kopfarbeit und Konzentration, wenn man den Herd als Blinder bedienen will. Die erste Zeit braucht man unbedingt jemanden, der im Display mitschaut, bis man das Einstellen im Schlaf beherrscht. Und selbst dann können immer wieder mal Fehler auftreten, weil man sich beim Drehen verzählt hat ... Der Herd spielt jedenfalls alle Stückchen, und die Ergebnisse sind mit unserem Alten, selbst in seiner Blütezeit, nicht vergleichbar.
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Verkalkt
Nein, keine Sorge, ich leide nicht an Verkalkung, habe noch nicht vergessen, worüber ich schreiben möchte. Aber, unsere liebe, gute, nicht mehr ganz junge Kaffeemaschine vergisst immer wieder, wozu sie eigentlich da ist, nämlich, um den Frühstückskaffee zuzubereiten, und zwar pünktlich zum Frühstück und nicht erst danach. Ich habe mir ohnehin schon angewöhnt, als Allererstes Kaffee zu kochen, und trotzdem, sie schafft es immer wieder, erst danach mit ihrer Arbeit fertig zu sein. Da spuckt, dampft und gluckst sie vor sich hin, und jedes Mal, wenn man denkt, nun hat sie’s endlich geschafft, geht*s weiter. Nachdem es sich nicht gerade um ein billiges Modell handelt, haben wir es natürlich immer wieder mit Entkalken versucht. Dann ging’s wieder ein paar Wochen etwas besser. Aber das Grazer Wasser ist fürchterlich, da verkalkt alles binnen kürzester Zeit. Und bei der Maschine konnte man den Wasserbehälter auch nicht abnehmen, was das Reinigen zusätzlich erschwert. Nachdem das gute Ding nun schon wieder, drei Wochen nach der letzten Entkalkung, eine gute halbe Stunde brauchte, haben wir gestern eine Neue erstanden. Die braucht nur sieben Minuten, hat eine Warmhaltekanne, einen abnehmbaren Wasserbehälter und kocht Kaffee für zehn Tassen. Einziger Nachteil ist ihr Schalter. Er springt nach dem Draufdrücken wieder in seine Ausgangsposition zurück, und er befindet sich an einer ungünstigen Stelle, dass er unabsichtlich gedrückt werden kann. Aber sonst ist nun das Frühstück gerettet!
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Oh, wie ich mich freue!
Wie schön ist es doch, am Morgen von unserem schneeschaufelnden Hausmeister geweckt zu werden. Wie wunderbar war die Rutschpartie auf dem nassen, schmierigen Zeug. Und wie angenehm wird es wieder sein, sich Gesichtsverletzungen an den Schneestangen zuzuziehen, die heute wieder aufgestellt werden. Jeder Hausbesitzer kramt schnell den letzten Müll, der sich nur irgendwie an eine Hauswand lehnen lässt, aus dem Keller, auch wenn die Latten scharfkantig oder mit Nägeln versehen sind. Egal, ob sie den ganzen Gehsteig brauchen und man auf die Straße ausweichen muss. Hauptsache, die Warnungen sind aufgestellt. Dabei müsste der Hausbesitzer eigentlich auch eine Räumung des Daches veranlassen, denn die Lawinen stören sich nicht an Schneestangen und fallen wann immer und wo immer es ihnen passt auf den Boden. Wenn man "Glück" hat, wird man von diesem Geschenk von oben erschlagen. Wirklich toll, dass es schneit!!!
Mehr dazu in Rund oder eckig, wie hätten Sie's denn gern???. Da kann man auch eine Schneestange bewundern.
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Besoffen oder was?
Wer kennt das nicht: Da stolpert man in den weiten des Internets über einen soooo guten, saftigen, Überdrüber-leckeren Kuchen - so was Guuutes, wie man es noch nie im ganzen Leben gegessen hat - ein Lobgesang löst den anderen ab, keiner schreibt was von: bei mir hat's nicht geklappt! Und je länger man das alles liest, desto größer wird der Hunger und die Lust, es auch auszuprobieren. Was bei anderen so gut funktioniert, dürfte doch eigentlich auch hier kein Problem sein. Die Zubereitung hört sich nicht schwierig an, und es ist schließlich auch nicht der erste Kuchen.
Als wir schließlich zur Tat schreiten, klappt auch alles ganz großartig. Eier und Butter schaumig rühren, Zucker und Vanillezucker dazu, und schon riecht es ganz köstlich in der Küche. Manchmal schmeckt der Teig besser als das Endergebnis!
Als nächstes kommt das Mehl-Backpulver-Gemisch dazu. Jetzt schmeckt's nicht mehr. Schade! Und nun machen wir den Kuchen noch betrunken. Er bekommt eine gute Portion Eierlikör. Oder haben wir da was verwechselt und uns selber zu sehr bedient? Irgend was muss wohl passiert sein. Denn der Fortgang stand unter keinem guten Stern.
Nun wird die Teigmenge geteilt und eine Hälfte in eine Form gefüllt. In die Zweite kommen ein paar Löffel Nutella. Teig in die Form füllen. Und ab damit in den Ofen. Vorgegeben waren 175 Grad und 1 1/4 Stunden Backzeit, was mir sehr lang erschien.
Schon bald begann es köstlich in der Wohnung zu duften. Das liebe ich am Allermeisten am Backen. Doch allzu bald roch es - ja, was wohl? - verbrannt! Zuerst dachte ich, das läge daran, dass vielleicht ein wenig Teig außen an der Form kleben geblieben war. Das kann beim Einfüllen schon passieren. Es war gerade eine halbe Stunde der Backzeit vorbei und der Kuchen erst schön aufgegangen. Fertig konnte der eigentlich noch nicht sein. Schließlich öffnete Falk dann doch das Rohr, um sich das Ganze näher anzusehen. Er zog den Rost mit der Form ein Stück heraus und ... als nächstes hörte ich nur Gepoltere und Geschimpfe aus der Küche. Was war passiert? Der Kuchen kippte doch glatt vom Rost nach hinten ins Rohr. Da drin lag er nun, und es war gar nicht so einfach, die volle und sehr heiße Kuchenform samt Inhalt da wieder rauszukriegen. Er muss wohl wirklich betrunken gewesen sein. Sowas ist mir ja noch nie passiert! Beim Herausheben kotzte er dann gleich auch noch ins Rohr und ließ dort seinen halben Oberteil zurück. Prima, auch das noch! Tatsächlich war er oben schon angebrannt und innen noch total teigig.
Nachdem die Schweinerei im Ofen beseitigt war, kam „der Rest“ wieder ins Rohr, die Temperatur wurde reduziert und der Kuchen mit Alufolie abgedeckt. Kaum zu glauben, aber das Ergebnis ist sogar noch ganz gut geworden.
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